Im Tal der frühen Boten: Das Frühlingstal
Während am Kalterer See noch kühle Morgenluft über dem Wasser liegt, beginnt in einem kleinen, dicht bewaldeten Tal ganz in der Nähe die Natur zu raunen. Sie flüstert von einem langsamen Öffnen, von einem ersten Aufbruch, von wärmeren Tagen, die wiederkehren. Schneeglöckchen drücken sich hier bereits durch feuchte Erde, Sonnenflecken wandern über den Waldboden, und zwischen den Bäumen liegt der Duft von neuem Leben.
Hier, im Frühlingstal, zwischen Kaltern und den Montiggler Seen, beginnt der Frühling früher als andernorts. Und vielleicht auch anders. Leise. Sanft. Und doch erstaunlich kraftvoll.
Ein mystischer Ort zwischen Kaltern und den Montiggler Seen
Wandern: Vom Kalterer See ins Frühlingstal – Schritt für Schritt heller
Wer direkt vom Kalterer See aufbricht, lässt den Alltag bald hinter sich. Es gibt so viel zu sehen, dass selbst die Gedanken eine Pause einlegen. Der Weg führt durch noch winterkahle Weinberge, vorbei an alten Höfen, hinein in den lichten Februarwald. Mit jedem der wenigen Höhenmeter wird die Luft milder, das Licht weicher.
Die Wanderung vom Kalterer See ins Frühlingstal ist kein schneller Weg. Sie ist ein Übergang – vom offenen See ins geschützte Tal, vom Winter in etwas, das bereits nach Frühling klingt. Nach rund eineinhalb Stunden öffnet sich der Raum. Plötzlich ist alles grüner, lebendiger, stiller. Über den Waldboden zieht sich der Frühling in seinen ersten Farben: leberblümchenblau, himmelschlüsselgelb und im strahlenden Weiß der Märzenbecher.
Wegbeschreibung: Vom SEELEITEN gehen Sie Richtung Osten über einen Weinberg-Weg zum See und folgen dem Seeuferweg zur linken Seite. Nach kurzer Zeit zweigen Sie links vom Seeweg ab und folgen der Beschilderung „Kaltern / Montiggl / Frühlingstal“, der leicht ansteigend durch Weinberge und Obstgärten oberhalb des Kalterer Sees führt. Nach etwa 30–40 Minuten erreichen Sie den Waldrand bei der Montiggl-Abzweigung. Hier beginnt das Frühlingstal. Im Tal folgen Sie dem gut ausgebauten Weg Nr. 5 je nach Wunsch talaufwärts oder talwärts weiter ins Frühlingstal hinein und wählen die Rundwanderung, die Ihnen entspricht. Gerne erhalten Sie an der Rezeption Tipps und Wanderkarten.
Flanieren: Die kurze Annäherung – von Montiggl ins Frühlingstal
Wer das Tal rascher erreichen möchte, wählt den Weg von den Montiggler Seen ausgehend. Die kurze Wanderung von Montiggl ins Frühlingstal dauert kaum eine halbe Stunde, doch sie verändert den inneren Rhythmus. Diese Route ist ideal für alle, die das Wesentliche suchen: ein paar Schritte, ein paar Sonnenstrahlen, Wald. Und vor allem die ersten lieblichen Küsse des Frühlings: Denn hier zieht sich ein Teppich von Frühblühern über den Waldboden.
Wegbeschreibung: Vom Parkplatz „Montiggler Seen“ folgen Sie der Beschilderung „Frühlingstal / Kaltern“ auf Weg Nr. 4, 5 und 5A. Der gut ausgebaute Weg führt leicht abwärts durch den Wald. Nach etwa 30–40 Minuten erreichen Sie den Talboden – hier beginnt das Frühlingstal. Im Tal folgen Sie dem ebenen Weg Nr. 5 ein Stück talwärts Richtung Kaltern. Für den Rückweg bleiben Sie auf Weg Nr. 5 bis zur Abzweigung und steigen anschließend auf Weg Nr. 20 wieder hinauf zu den Montiggler Seen.
Gerne informiert Sie die Rezeption auch über die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Das Frühlingstal ist kein Ort großer Aussichten. Es wirkt nach innen! Ein besonderes Mikroklima sorgt dafür, dass hier schon im Februar Blumen blühen – lange bevor der Frühling anderswo ankommt. Doch es ist nicht nur die frühe Blüte, die berührt. Es ist die Stimmung:
der Kontrast zwischen kahlen Ästen und frischem Grün,
das Licht, das durch noch unbelaubte Bäume fällt,
die Stille, die nicht leer ist, sondern wach.
Man geht langsamer. Man spricht weniger. Man schaut mehr. Und darf die Seele einstimmen, auf das, was was bald wieder kommt: Frühling in Kaltern. 💛




